Altmühltal Radweg

Radtour entlang der Altmühl von Rothenburg bis Kelheim

Der Altmühltal-Radweg ist landschaftlich einer der schönsten Radwege, deshalb habe ich ihn bereits mehrfach befahren. Er beginnt in Rothenburg ob der Tauber und führt entlang der Altmühl flussabwärts bis nach Kelheim. Natürlich kann man auch ab Kelheim flussaufwärts fahren, was in diesem Fall wenig ausmacht, da die Strecke meist recht flach ist. Ab Gunzenhausen ist der Altmühltal-Radweg auch für Familien mit Kindern oder wenig geübte Radfahrer leicht zu bewältigen. Das Teilstück von Rothenburg bis Gunzenhausen ist etwas anspruchsvoller, da sollte man schon gut trainiert sein. Die 220 Kilometer Radweg kann man, je nach Lust und Kondition auf 3 bis 5 Tagesetappen aufteilen.

Anreise mit der Bahn
Wenn man mit dem Zug anreisen möchte, Rothenburg und Gunzenhausen liegen im Nahverkehrsverbund Nürnberg (VGN). Wer innerhalb des VGN-Bereiches wohnt, kann günstig mit dem Tagesticket Plus für 17,50 € (Stand März 2014) einen Tag lang im gesamten VGN-Verkehrsverbund fahren. Das Tagesticket Plus gilt für 1 bis 6 Personen, aber maximal 2 Erwachsene, anstelle von Personen können auch Fahrräder mitgenommen werden.

Von Rothenburg ob der Tauber nach Colmberg (20 km)

Den Altmühltal Radweg habe ich wie bereits erwähnt schon des öfteren befahren, allerdings immer nur ab Gunzenhausen. Um die Wegbeschreibung zu vervollständigen, holte ich Mitte März 2014 die Strecke von Rothenburg ob der Tauber bis Gunzenhausen nach. Die 69 Kilometer habe ich an einem Tag bewältigt, was nicht ganz ohne war, zumal schon der erste Anstieg ganz schön an die Substanz ging. Auf der Strecke bis Gunzenhausen ist der Radweg mit "Altmühlweg" beschriftet, aber oft auch nur die Orte, daher ist ein Blick in die Radkarte bei Abzweigen zu empfehlen.

Die Altmühl entspringt einige Kilometer nordöstlich von Rothenburg im Burgbernheimer Stadtwald. Man kann zwar auch ab Rothenburg über Hornau vorbei an der Altmühlquelle fahren, aber die Strecke ist dann einige Kilometer länger und sehr bergig. Auf der Tagesetappe von Rothenburg nach Gunzenhausen fährt man zum größten Teil durch eine landwirtschaftlich geprägte Gegend mit Wiesen, Äckern und Feldern. Man kommt immer wieder durch Orte mit nur wenigen Häusern, oder vorbei an Aussiedlerhöfen.

Altmühl

In Rothenburg ist der Altmühltal-Radweg gegenüber des Bahnhofs beschildert, ab hier ist der Radweg ausgeschildert. Bis Neusitz, das 3,5 km entfernt ist, führt ein sehr schöner geteerter Radweg leicht bergab und es geht flott voran. In Neusitz fängt es aber dann schon mit den Steigungen an und kurz nach Neusitz kommt ein knackiger Anstieg. Die circa 500 Meter habe ich das Rad geschoben, da man sich sogar im ersten Gang noch quälen musste. Das war aber zum Glück die einzige größere Steigung, es kommen später zwar noch einige kleinere Anstiege, aber die sind zu schaffen. Es geht weiter auf Flurwegen über Aidenau nach Geslau, es folgen Kreuth und Dornhausen. Vor Bieg geht es auf einer Ortsverbindungsstraße nach Unterfelden, hier kreuzt die Altmühl erstmals den Radweg. Die Altmühl ist hier eher noch ein Bach und schlängelt sich kurvenreich durch die Landschaft. Nach Unterfelden führt der Altmühltalradweg wieder auf einem geteerten Flurweg bis nach Colmberg.

Burg Colmberg Schon von weitem ist die Burg Colmberg zu sehen, die über der Marktgemeinde thront. Vor Colmberg gibt es einen öffentlichen Golfplatz, hier kann man auch ohne Mitgliedschaft und Platzreife golfen. In Colmberg habe ich dann erst einmal eine Mittagspause eingelegt, frisch gestärkt ging es dann wieder leichter voran.

Von Colmberg nach Herrieden (20 km)

Leutershausen Nach Colmberg führt der Radweg an der Altmühl entlang über Frommetsfelden, Hochstetten, Pfetzendorf, Zweiflingen und Jochsberg nach Leutershausen. Die Stadt mit 5500 Einwohnern hat eine sehr schöne Innenstadt. Es sind noch Teile der alten Stadtmauer, sowie die zwei Stadttore erhalten. Neben den idyllische Fachwerkhäusern ist auch der Röhrenbrunnen vor dem Rathaus sehr sehenswert.

Herrieden Weiter geht es auf dem Altmühltal-Radweg über Sachsen, Görchsheim, vorbei an Neunstetten, Hilsbach und Stegbruck nach Herrieden. Die mittelfränkische Stadt mit 7600 Einwohnern ist reich an Sehenswürdigkeiten. Die Altstadt ist sehr schön restauriert und mit Kopfsteinpflaster ausgelegt. An Sehenswertem ist vor allem die steinerne Altmühlbrücke zu erwähnen, an deren Ende die Straße durch den Storchenturm führt. Außerdem das ehemalige Schloss, in dem heute eine Brauerei ihren Sitz hat. Das ehemalige Spital ist ein sehr schöner Fachwerkbau, in dem jetzt ein Alten- und Pflegeheim untergebracht ist. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Fronveste, das Gabrielihaus, die Stiftskirche, die Kirche St. Martin, der Poststall sowie das Brothaus.

Von Herrieden nach Gunzenhausen (29 km)

Ornbau Nach Herrieden geht es weiter der Altmühl entlang, über Leutenbuch, Selingsdorf, Großenried, Mörlach und Haag nach Ornbau. Auf diesem Stück fährt man teilweise auf Ortsverbindungsstraßen, die zwar nicht stark befahren sind, aber mit Kindern möchte ich hier nicht fahren. Ornbau ist eine Stadt mit 1600 Einwohnern und einem mittelalterlichen Ortskern. Die Stadtmauer um die Altstadt ist noch fast vollständig vorhanden. Am eindrucksvollsten ist die steinerne Altmühlbrücke mit dem anschließenden Stadttor, sehenswert ist auch der Diebesturm.

Vogelinsel Nach der Altmühlbrücke führt dann der Radweg am Altmühlzuleiter entlang, der wenige Kilometer später im Altmühlsee mündet. Der Altmühlsee ist Teil des fränkischen Seenlandes und nur wenige Kilometer entfernt vom Brombachsee. Die künstlich angelegten Seen dienen der Wasserregulierung zwischen Nord- und Südbayern. Das fränkische Seenland ist aber auch ein beliebtes Naherholungsgebiet. Neben Badestränden, Liegewiesen und Radwegen sind hier auch die unterschiedlichsten Wassersportarten möglich. Ein Teil des Altmühlsees ist außerdem ein Vogelschutz und Naturschutzgebiet. Da erst Mitte März war, hatte aber fast alles noch geschlossen, Saisonstart ist hier Anfang April. Zum Glück hatte ein Kiosk am Ende des Sees geöffnet, denn meine Getränkevorräte waren aufgebraucht und ich schon ziemlich dehydriert. Kurz nach dem Altmühlsee erreiche ich schließlich Gunzenhausen dem Ziel meiner Tagesetappe.

Von Gunzenhausen nach Treuchtlingen (25 km)

Das mittelfränkische Gunzenhausen liegt am Altmühlsee und ist Startpunkt für die 2. Etappe unserer Radtour entlang der Altmühl. Gunzenhausen hat eine sehr schöne historische Altstadt mit einem großen Marktplatz. Hier kann man im Sommer vor vielen Gaststätten und Kaffees draußen sitzen, und bei einem kühlen Getränk die prachtvollen Gebäude bewundern. Sehenswert sind vor allem der Färberturm, der Blasturm, die Spitalkirche und der Mittelalterliche Wehrgang.

Altmühlsee Am Ende des Altmühlsees fließt die Altmühl weiter und der Altmühltal-Radweg folgt ihr auf ihrem Weg in Richtung Donau. Die Altmühl schlängelt sich durch eine wunderschöne Naturlandschaft und bildet immer wieder Nebenarme in denen das Wasser steht. Diese Nebenarme bieten einen idealen Lebensraum für Pflanzen und Tierwelt. Nach Gunzenhausen geht es über Aha, Windsfeld, Ehlheim, Wettelsheim und Graben bis nach Treuchtlingen.

Von Treuchtlingen nach Eichstätt (37 km)

Treuchtlingen ist ein staatlich anerkannter Erholungsort mit Thermalbad der Altmühltherme. Zu der Altmühltherme gehört auch noch ein Wellenbad, ein Freibad und eine Saunalandschaft. An Sehenswürdigkeiten gibt es das Stadtschloss aus dem 16. Jahrhundert, die Burgruine Obere Veste, die Überreste der Villa Rustica, die Lambertuskapelle, sowie den Jüdischen Friedhof.

Weiter geht es auf dem Altmühltal-Radweg und nach circa 10 Kilometern erreichen wir Pappenheim. Wer kennt ihn nicht den Spruch: "Ich kenne schon meine Pappenheimer"? Von hier also kommen die Grafen zu Pappenheim, ihre Burg ist weithin sichtbar. Man kann die Burg auch besichtigen, das Fahrrad sollte man aber stehenlassen, denn der Weg nach oben ist recht steil. Von der Burg aus hat man einen sehr schönen Blick über das Altmühltal und auf das idyllische Pappenheim.

Der Radweg verläuft weiter entlang der Altmühl über Zimmern, Solnhofen, Altendorf, Dollnstein, Obereichstätt und Rebdorf nach Eichstätt.

Von Eichstätt nach Kipfenberg (27 km)

Die große Kreisstadt Eichstätt liegt bereits in Oberbayern und ist ein Bischofssitz mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Das katholisch geprägte Eichstätt hat neben dem Dom eine Vielzahl an Kirchen. Sehenswert ist auch die ehemalige fürstbischöfliche Residenz, der Residenzplatz mit Mariensäule, die Willibaldsburg und viele weitere historische Gebäude. Es gibt auch Museen zur Geschichte von Stadt und der Umgebung, dem Jura. Außerdem hat Eichstätt ein Informationszentrum für den Naturpark Altmühltal.

Wir fahren den Altmühltal-Radweg weiter nach Pfünz mit einer Nachbildung des Nordtores seines ehemaligen Kastells. Weiter geht es über Walting, Pfalzpaint, Gungolding, vorbei an Arnsberg und Böhming nach Kipfenberg.

Von Kipfenberg nach Dietfurt (28 km)

Seitenarm der Altmühl Die Marktgemeinde Kipfenberg selbst hat nur 1700 Einwohner, mit Ortsteilen aber 5600. Direkt neben Kipfenberg liegt der geographische Mittelpunkt Bayerns. Hoch über dem Ort thront die mittelalterliche Burg Kipfenberg. Das idyllische Örtchen verfügt auch über ein paar Sehenswürdigkeiten, wie der Katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und der Kirche St. Georg.

Weiterhin verläuft der Radweg entlang der Altmühl nach Kinding. Außerhalb von Kinding führt eine ICE-Trasse vorbei, hier gibt es einen Bahnhof von dem aus hat man die Möglichkeit in den Altmühltal-Radweg einzusteigen, oder die Radtour hier zu beenden.

Der Radweg geht weiter, vorbei am Pfaundorfer See, nach Beilngries. Auch Beilngries ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Die Sulz fließt durch Beilngries und mündet im Süden der Stadt in die Altmühl. Im Norden von Beilngries fließt der Main-Donau-Kanal an der Stadt vorbei. Oberhalb von Beilngries auf einem langgestreckten Hügel befindet sich das Schloss Hirschberg, eine der größten Burganlagen im Altmühltal. Sehr sehenswert in Beilngries ist die neubarocke Pfarrkirche St. Walburga mit ihren bunt glasierten Ziegeln auf den beiden Türmen.

Der Altmühltal-Radweg führt dann über Köttingwörth und Töging nach Dietfurt. Zwischen Töging und Dietfurt wird die Altmühl zum Main-Donau-Kanal. Der kleine Flusslauf wurde ab hier zur Wasserstraße ausgebaut. In die andere Richtung wurde die Sulz zum Main-Donau-Kanal ausgebaut.

Von Dietfurt nach Kelheim (32 km)

Dietfurt liegt im Regierungsbezirk Oberpfalz und hat mit seinen 37 Stadtteilen zusammen knapp 6000 Einwohner. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bilden die sechs noch erhaltenen Wehrtürmen von den ursprünglichen zehn. Die Wehrhaftigkeit Dietfurts mit den Wehrtürmen und Stadtmauern brachte der Stadt den Spitznamen Bayrisch China ein.

Der Radweg verläuft nach Dietfurt ein Stück abseits der Altmühl (Main-Donau-Kanal), über den Ort Mühlbach und kurz später wieder entlang der Altmühl. Es folgen Meihern, Oberhofen, Gundlfing, Haidhof und schließlich Riedenburg.

Über Riedenburg thronen die Burgen Rabenstein, Rosenburg und Tachenstein. Riedenburg hat auch eine schöne historische Altstadt zu bieten. Es gibt hier mehrere Museen, eines davon ist das "klingende Museum", vom ersten Grammophon bis zum Apple iPod gibt es hier einiges zu sehen und zu hören.

Holzbruecke bei Essing Der Altmühltal-Radweg geht weiter über Prunn nach Essing, dem wohl schönste Ort auf der ganzen Strecke. Über eine Holzbrücke und durch den weißen Bruckturm gelangt man in den historischen Ortskern. Essing liegt direkt an einem Felsvorsprung auf dem die Ruine der Burg Randeck thront. Die malerischen Häuser schmiegen sich teilweise eng an den Fels heran. Essing

Über Altessing und Gronsdorf erreichen wir schließlich das Ziel unserer Radtour Kelheim. Hier fließt die Altmühl, respektive der Main-Donau-Kanal in die Donau. Schon von weitem sieht man die Befreiungshalle auf dem Michelsberg oberhalb von Kelheim. Sie erinnert an die gewonnenen Schlachten über Napoleon. Die historische Altstadt mit Teilen der alten Stadtbefestigung ist recht sehenswert. Das Weiße Brauhaus in der Stadt ist die älteste noch existierende Weißbierbrauerei Bayerns. Ganz in der Nähe von Kelheim befindet sich das bekannte Kloster Weltenburg am Donaudurchbruch.

Befreiungshalle Kelheim Wer mit der Bahn abreisen möchte, Kelheim selbst hat keinen Bahnhof, aber Saal an der Donau hat einen und liegt nur wenige Kilometer entfernt. Oder aber man fährt den Donauradweg bis ins 30 Kilometer entfernte Regensburg.

 
Streckenlänge: 218 km
Höhenunterschiede: 87 m
Streckenprofil: befestigte und geteerte Wege

 

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Anschlussradwege

ab Rothenburg Aischtalradweg, Taubertalradweg
ab Gunzenhausen Altmühlsee-Radweg
Altmühl-Überleiter zum Bromachsee-Radweg
ab Dollnstein Amper-Altmühl-Radweg
ab Pfünz Donau-Altmühl-Radweg
ab Beilngries Tour de Baroque
ab Kelheim Donauradweg

 

 

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