Bockl Radweg

Eine 52 km lange Radtour auf dem Bockl Radweg, einer ehemaligen Bahntrasse von Neustadt an der Waldnaab bis nach Eslarn. Wir lieben Bahntrassen-Radwege, da sie meist gut ausgebaut sind und nur geringe Steigungen aufweisen. So auch hier, der Radweg ist zum größten Teil asphaltiert, der Rest ist befestigte Oberfläche, die gut zu befahren ist. Die Steigungen sind moderat und auch von wenig trainierten Radfahrern leicht zu bewältigen. Von Neustadt aus geht es etwas mehr bergauf als in der Gegenrichtung von Eslarn aus, da Eslarn 100 m höher liegt.

Radtour auf der ehemaligen Bahntrasse der Bockl-Bahn

Bereits im Jahr 1886 wurde das erste Teilstück der Bockl-Bahn von Neustadt a. d. Waldnaab nach Vohenstrauß eröffnet. Bis 1908 wurde die Bahntrasse über Pleystein und Waidhaus bis nach Eslarn ausgebaut. Bis 1974 waren hier noch Dampfloks im Einsatz, die zahlreiche Eisenbahnfreunde anlockte. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Bahnverkehr auf der Trasse der Bockl-Bahn, zwischen 1975 und 1995 Stück für Stück eingestellt. Im Jahr 1999 wurden die letzten Gleise der Bahntrasse abgebaut. Zwischen 1999 und 2005 wurde die ehemalige Bahntrasse schließlich zum Radweg ausgebaut.

Von Neustadt a. d. Waldnaab nach Floß (9 km)

St. Johannes in Floß Neustadt an der Waldnaab ist eine Kreisstadt im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz. Die Stadt hat über 5.800 Einwohner und ist mit nur 9,6 km² Größe, die flächenmäßig kleinsten Kreisstadt Bayerns. Sehenswert ist das Alte Schloss der Heidecker, das Neue Schloss der Lobkowitzer sowie die Stadtpfarrkirche St. Georg.

Wir starten unsere Radtour am Bahnhof von Neustadt, eigentlich nur eine Haltestelle mit einem Gleis der hier endet. Der Rest der ehemaligen Bahntrasse bildet jetzt den Bockl-Radweg. Der asphaltierte Radweg steigt leicht an, vorbei an der ehemaligen Haltestelle St. Felix, einer Wallfahrtskirche. Es geht entlang der Floß nach Störnstein, weiter durch Wald und Flur bis nach Markt Floß.

Floß hat einen schönen Ortskern, mit zahlreichen historischen Gebäuden. Die Synagoge von Floß wurde 1938 in der Reichspogromnacht zerstört, aber bis 1980 wieder aufgebaut. Auf dem Jüdischen Friedhof, sowie dem Ostfriedhof liegen einige Opfer des nahegelegenen KZ Flossenbürg begraben.

Von Floß nach Vohenstrauß (16 km)

Bockl-Radweg Weiter geht es auf dem Radweg über Wiesen und Felder, vorbei an Haupertsreuth und Höfen. Kurz danach sehen wir auf der rechten Seite des Radweges ein Blockhaus mit Terrasse, Surrers Radlhütte beim Kühbachhof. Hier legten wir erst einmal eine Rast ein, um uns für den weiteren Weg zu stärken. Es gab eine überraschend große Auswahl an Getränken, warmen Gerichten, Brotzeiten, sowie selbstgebackenen Torten und Kuchen.

Mit neuer Energie fahren wir weiter vorbei an Frankenrieht, Albersrieht und Waldau bis nach Vohenstrauß. Nach den kleinen Orten und Aussiedlerhöfen eine größere Stadt mit circa 7.400 Einwohnern. Sehenswert ist hier das Schloss Friedrichsburg, das schöne Renaissance-Rathaus mit dem Stadt-Wappen, sowie die Evangelisch-Lutherische Stadtpfarrkirche.

Von Vohenstrauß nach Pleystein (8 km)

Wallfahrtskirche Heiligkreuz Nach Vohenstrauß steigt der Bockl-Radweg etwas an, vorbei an Fiedlbühl und der ehemaligen Haltestelle Fahrenberg, dem mit etwa 600 Metern höchsten Punkt der Strecke. Der Radweg führt hier durch dichten Wald, es geht jetzt wieder bergab in Richtung Pleystein.

Pleystein ist eine Stadt mit über 2.400 Einwohnern und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pleystein. Bekannt ist der Ort vor allem durch seine Wallfahrtskirche Heiligkreuz. Diese steht weithin sichtbar über der Stadt auf einem Rosenquarzfelsen. Man sollte hier den Radweg verlassen und einen kurzen Abstecher zur Wallfahrtskirche unternehmen. Der Rosenquarzfelsen mit der darauf thronenden Kirche ist wirklich sehr sehenswert.

 

Von Pleystein nach Eslarn (19 km)

Bahnhof Waidhaus Ein Stück nach Pleystein führt der Radweg am Zottelbach entlang nach Lohma, hier überqueren wir die Autobahn A6. Ab Lohma verläuft der Pfreimd-Radweg auf der Trasse des Bockl-Radwegs, wir folgen der Pfreimd bis kurz vor Waidhaus. Hier überqueren wir erneut die Autobahn und erreichen schließlich Waidhaus. Am alten Bahnhof steht ein restaurierter Eisenbahnwagon der ehemaligen Bahn.

Kurz nach Waidhaus überqueren wir abermals die Autobahn und biegen anschließend rechts ab, auf einen befestigten Radweg. Dieser verläuft ein kurzes Stück entlang der Autobahn, um dann nach links in den Wald zu münden. Nachdem auf den letzten Kilometern der Radweg Streckenweise nicht asphaltiert war, ist das Reststück bis Eslarn nur befestigt, es lässt sich aber relativ gut fahren. An einem Schießstand vorbei, geht es nach links weiter, rechter Hand liegt Pfrentsch. Etwa 500 Meter danach kreuzt die Pfreimd, die sich hier gabelt, unseren Weg. Auf zwei Bahnbrücken überqueren wir die beiden schmalen Flussläufe. Weiter geht es durch Wald und Flur bis nach Eslarn, wo der Bockl-Radweg am alten Bahnhof endet.

Fahrradbus – Shuttleservice

Wir hatten in Eslarn in einer Pension ein Zimmer gebucht, der staatlich anerkannte Erholungsort verfügt über einige Unterkünfte. Den Rückweg kann man wieder mit dem Rad bestreiten, zum Beispiel über den Pfeimdtal-Radweg, oder man nutzt den Shuttleservice. Der Fahrradbus verkehrt vom 1. Mai bis Ende Oktober zwischen Eslarn und Weiden, vereinzelt auch über Neustadt. An Wochenenden fährt der Bus in jede Richtung einmal Früh und einmal Abends. Während der Pfingst- und Sommerferien auch an Wochentagen, mehrfach über den Tag verteilt.

Den genauen Fahrplan gibt es hier.

Streckenlänge: 52 km
Höhenunterschiede: 180 m
Streckenprofil: geteerte oder befestigte Radwege

 

* UK50-15 Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, östlicher Teil
Radkarte Bockl-Radweg

 

Anschlussradwege

ab Neustadt Waldnaabtal-Radweg
ab Pleystein Grünes Dach Radweg
ab Lohma Pfeimdtal Radweg

 

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