Vom Main zur Rhön Radweg

Eine fünftägige Radreise von Gemünden am Main, entlang der Fränkischen Saale, gefolgt von der Streu, durch die Rhön und schließlich entlang der Sinn wieder zurück nach Gemünden. Diese Radreise unternahmen wir im Juni 2016, in einer Gruppe von 8 Personen. Die Reise wurde lange im voraus geplant und die Zimmer reserviert, wir mussten also fahren. Das Wetter war das ganze Jahr schon nicht so toll, unmittelbar vor der Radtour gab es dann auch noch Unwetter mit Überschwemmungen. Genau zum Zeitpunkt der Radreise wurde es schön, erst am letzten Tag kam wieder schlechtes Wetter, das auch länger anhielt. Irgendwie hatten wir bei unseren Radreisen fast immer Glück mit dem Wetter, wenn Engel reisen!

Eine Radrundreise vom Main zur Rhön und zurück

Rhön Der Radweg "Vom Main zur Rhön" ist 260 km lang und setzt sich aus verschiedenen Radwegen zusammen. Er bildet einen Rundweg von Gemünden aus über den Fränkischen Saale Radweg bis Bad Königshofen, gefolgt von Radwegen nach Mellrichstadt und von hier aus den Rhön-Sinntal Radweg zurück nach Gemünden. Auf der gesamten Strecke gibt es immer wieder kleinere und größere Steigungen, vor allem in der Rhön häufen sich die steilen Anstiege. Man sollte also schon etwas Kondition mitbringen, oder alternativ mit dem E-Bike fahren. Das Zeichen des Radweges "Vom Main zur Rhön" ist ein Ö auf zwei blauen Wellen. Zwischendurch stehen immer wieder Wegweiser mit den Städtenamen, die auf der Strecke liegen.

Der Radweg ist zwar relativ gut ausgeschildert, aber nicht immer gleichmäßig. Zur Orientierung empfehle ich die Radkarte * Vom Main zur Rhön, neben den Radkarten gibt es hier auch eine detaillierte Beschreibung des Weges. Die Radkarte enthält auch ein Orts- und Übernachtungsverzeichnis, Informationen zu Sehenswürdigkeiten, sowie Tour-Varianten.

Fränkische Saale Radweg (112 km)

Das erste Stück des Radweges "Vom Main zur Rhön" verläuft auf dem Fränkische Saale Radweg bis nach Bad Königshofen. Dieses Teilstück entlang der Saale weist zwar auch immer wieder kürzere Steigungen auf, ist aber von geübten Radfahrern leicht zu bewältigen. Da es sich auch um einen eigenständigen Radweg handelt, habe ich diesen separat beschrieben.

zum Fränkische Saale Radweg

 

 

Von Bad Königshofen nach Mellrichstadt (32 km)

Landschaft In Bad Königshofen verlassen wir den Fränkische Saale Radweg und folgen jetzt dem Radweg Meiningen Haßfurt in Richtung Mellrichstadt. Am Ortsende von Bad Königshofen geht es über Flurwege nach Aubstadt. Dort biegt man in eine schmale Straße ab, die nach Höchheim führt. Diese Straße hat eine längere Steigung, für die man oben angekommen, mit einem herrlichen Ausblick über die Landschaft entschädigt wird. Danach geht es bergab nach Höchheim, anschließend links weg nach Gollmuthhausen.

Nach Gollmuthhausen folgt wieder ein länger Anstieg bis nach Rappershausen. Langsam gingen uns die Getränkevorräte aus, aber auf der Strecke kamen wir nur an kleinen Ortschaften ohne Kaufläden oder Gaststätten vorbei. In Rappershausen gab es zumindest eine Metzgerei, leckere Wurstbrötchen bekamen wir, aber leider keine Getränke. Zum Glück war eine Kundin im Laden, die gerade von einem Großeinkauf aus der Stadt kam. Sie bot uns sofort Mineralwasser an, auch Obst hätte sie reichlich eingekauft. Schön dass es noch so hilfsbereite Menschen gibt, wir waren gerettet und konnten frisch gestärkt weiter fahren.

Blumenwiese Wir überqueren die Grenze nach Thüringen und erreichen wenig später Behrungen, wo sich das Deutsch-Deutsche Freilandmuseum befindet. Weiterhin geht es immer wieder bergauf und bergab, nach Hendungen zurück auf unterfränkisches Gebiet. Der Radweg führt über einen Flurweg unter der Autobahn A71 durch die auf einer Anhöhe steht, weiter nach Oberstreu. Von hier aus verläuft der Radweg parallel zur B19 nach Mellrichstadt.

Von Mellrichstadt nach Fladungen (19 km)

Mellrichstadt im unterfränkischen Rhön-Grabfeld ist eine Stadt mit circa 5.600 Einwohner. Wir fuhren erst einmal in die Innenstadt, um uns von den Strapazen zu erholen. Auf dem Marktplatz fand eine lautstarke Abi-Feier statt, daher suchten wir etwas abseits ein Café auf. Etwas entspannter ging es dann der Streu entlang, vorbei an Stockheim nach Ostheim vor der Rhön. Ab Mellrichstadt beginnt übrigens der Rhön-Sinntal Radweg, dem wir bis nach Gemünden zum Start- und Zielpunkt unserer Radreise folgen.

Ostheim Ostheim ist wirklich eine sehr sehenswerte Stadt, mit historischer Altstadt, alten Fachwerkhäusern und Mühlen. Absolutes Highlight ist aber die Kirchenburg Ostheim, eine der größten und besterhaltenen Kirchenburgen Deutschlands. Nach ausgiebiger Besichtigung fuhren wir weiter über Nordheim und Heufurt bis nach Fladungen. Wir hatten hier in einem Gästehaus Zimmer gebucht, für uns die dritte Übernachtung nach Ramsthal und Saal an der Saale. Nach dem Duschen gingen wir zum Essen in die Museumsgaststätte, die zum Fränkischen Freilandmuseum gehört.

Von Fladungen nach Bischofsheim (25 km)

Rhön-Zügle Fladungen ist ein staatlich anerkannter Erholungsort mit knapp 2.300 Einwohnern. Es stehen noch große Teile der alten Stadtmauer mit Wachtürmen. In der Altstadt gibt es einige Fachwerkhäuser, sowie die Stadtpfarrkirche Sankt Kilian zu bewundern. In Fladungen steht auch ein Fränkisches Freilandmuseum, sowie das Rhönmuseum. An Wochenenden fährt in den Sommermonaten das Rhön-Zügle, eine historische Dampfeisenbahn.

Am vierten Tag unserer Radreise "Vom Main zur Rhön" ging es früh am Morgen wieder weiter, heute stand die Königsetappe durch die Rhön, vorbei am Kreuzberg auf dem Programm. Die Landschaft des Biosphärenreservats Rhön ist teilweise völlig naturbelassen, der Artenreichtum von Flora und Fauna ist daher sehr hoch. Wiesen mit so vielen unterschiedlichen Blumen, die in voller Blüte stehen, sieht man in Deutschland nur noch selten.

Rhönschafe Bereits in Fladungen begann die erste größere Steigungen, vorbei an Weihersmühle nach Rüdenschwinden. Danach geht es immer wieder bergauf und bergab über Hausen, Stetten, Sondheim, Urspringen, Oberelsbach, Sondernau und Weisbach bis nach Bischofsheim. Die Steigungen haben es teilweise in sich, auch die Abfahrten sind nicht ohne. Unterwegs begegnete uns auch eine Herde Rhönschafe auf dem Radweg, eine willkommene Unterbrechung der Fahrt.

 

 

Von Bischofsheim nach Bad Brückenau (25 km)

Bischofsheim Zentturm Die unterfränkische Stadt Bischofsheim an der Rhön hat 4.700 Einwohner und liegt am Fuße des Kreuzbergs. Hier legten wir erst mal eine Pause ein, die 25 km auf dem Radweg "Vom Main zur Rhön" hatten es schon ganz schön in sich. Nach einer längeren Rast ging es wieder weiter, über Frankenheim und Oberweißenbrunn nach Wildflecken. Auf dieser Strecke kommt der härteste Anstieg auf der gesamten Radreise. Ungefähr 5 km lang geht es fast nur bergauf, teilweise mit so steilen Anstiegen, dass wir absteigen mussten. Mit schweren Packtaschen wirken sich die Steigungen noch stärker aus, als sie sowieso schon sind.

Anstieg Am höchsten Punkt der Strecke hielten wir erst mal an und warteten auf die Nachzügler. Eine Radfahrgruppe, die uns entgegen kam, meinte sie können keine Berge mehr sehen. Es ging dann für uns auch überwiegen bergab. Nach einem moderaten Gefälle folgte eine sehr steile Abfahrt, ich hatte 50 km/h auf dem Tacho, mit Packtaschen nicht ganz ungefährlich. Ab Wildflecken wechselten dann immer wieder An- und Abstiege. Es ging über Oberbach, Riedenbergund und Römershag nach Bad Brückenau, einem weiteren Kurort auf dieser Radreise. Die Kuranlagen, sowie der Kurpark sind schon sehr imposant, was wir leider nur beim vorbeifahren sahen, als wir nach Eckarts weiter fuhren.

Von Bad Brückenau nach Gemünden (47 km)

Bad Brückenau Für eine Besichtigung der Kuranlagen hatten wir keine Zeit mehr, da wir für die Strecke viel länger gebraucht hatten als angenommen. So tranken wir nur noch schnell einen Kaffee in der Innenstadt und machten uns auf den Weg nach Eckarts, wo wir Zimmer reserviert hatten. Als wir um 18:00 Uhr am Gasthof ankamen, begann es auch schon zu regnen, wieder mal ein perfektes Timing. Das Essen im Gasthof war sehr gut und die Getränkeauswahl groß. Auch das Frühstück am nächsten Morgen war gut und reichhaltig.

Am letzten Tag der Radreise "Vom Main zur Rhön" wollten wir eigentlich bis Gemünden radeln, das Wetter machte uns aber einen Strich durch die Rechnung. Wie so oft in diesem Jahr gab es Dauerregen, wir mussten also im Regen losfahren. Als erfahrene Radfahrer hatten wir natürlich alle Regenkleidung dabei. Keiner hatte Lust bei dem Wetter bis nach Gemünden zu fahren, so beschlossen wir den nächsten Bahnhof in Jossa anzupeilen.

Die Strecke von Eckarts nach Zeitlofs war in der Radkarte als sehr schwierig beschrieben, vor allem bei Regen, da es sich um Waldwege mit großen Steigungen handelt. Wir umfuhren dieses Stück über Landstraßen und bei Zeitlofs ging es zurück auf den Radweg. Der Radweg führt über Altengronau weiter in Richtung Obersinn, wir bogen aber nach Jossa ab und fuhren zum Bahnhof. Idealerweise fuhr der Zug von Jossa über Gemünden direkt bis Bamberg durch, so dass wir nicht mehr umsteigen mussten.

Der vollständige Radweg entlang der Sinn führt von Bad Brückenau, über Eckarts, Zeitlofs, Altengronau, Dittenbrunn, Obersinn, Mittelsinn, Burgsinn, Rieneck, Hohenroth, Schaippach und Schönau nach Gemünden.

Streckenlänge: 260 km
Höhenunterschiede: 490 m
Streckenprofil: Radwege, Wald- und Flurwege, Landstraßen

 

* Radkarte Vom Main zur Rhön
Radkarte Vom Main zur Rhön

 

Anschlussradwege

ab Gemünden Main-Radweg, Fränkische Saale Radweg
ab Bad Neustadt Brendtal-Radweg
ab Bad Königshofen Radweg Meiningen-Haßfurt
ab Mellrichstadt Rhön-Sinntal-Radweg

 

* Passende Radkarte

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