In Artern hatten wir Zimmer in einem Hotel auf dem Weinberg reserviert. Es hieß also erst einmal bergauf
fahren. Für den Anstieg wurden wir aber mit einen freien Blick über die Landschaft belohnt. Zu DDR-Zeiten
war dieses Hotel wohl der privilegierten Bevölkerungsschicht vorbehalten, es war zwar etwas teurer als unsere
erste Unterkunft, hielt sich aber im Rahmen. Da auch ein gutes Restaurant im Hotel war, konnten wir uns für
das Abendessen die Fahrt in die Stadt ersparen.
Die Stadt Artern hat 5700 Einwohner und wurde im 9. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Sehenswert ist in Artern das neobarocke Rathaus mit Turm, die St.-Veits-Kirche aus dem 13. Jahrhundert und die Marienkirche aus dem 12. Jahrhundert. Im Parkfriedhof befindet sich eine Solequelle, die das Soleschwimmbad im Salinepark mit Salzwasser speist.
Wir fahren wieder zum Unstrut-Radweg an der rechten Flussseite entlang, vorbei an Ritteburg, Schönewerda,
Bottendorf und Roßleben. Bei Roßleben führt der Radweg ein Stück entlang der Landstraße und biegt kurz später
in einen Flurweg ein. Am Flutkanal biegt der Radweg nach links in Richtung Wendelstein ab. Unterhalb der
Burg Wendelstein geht es auf einer Brücke über die Unstrut. Jetzt geht es erst mal bergauf nach Wendelstein,
von hier aus hat man einen herrlichen Blick über das Unstruttal. Der Unstrut-Radweg verläuft jetzt über die
Straße nach Memleben.
In Memleben hat man die Möglichkeit das "Museum Kloster und Kaiserpfalz Memleben" zu besichtigen. Ab Memleben führt der Radweg wieder an der Unstrut entlang bis Wangen. Ganz in der Nähe von Wangen wurde die Himmelsscheibe Nebra gefunden. Aus diesem Anlass wurde hier die Arche Nebra errichtet. Der stylische Neubau enthält ein Planetarium, sowie zahlreiche Präsentationen rund um das Thema Himmelsscheibe. Die Arche Nebra steht natürlich auf einem Berg, der zweite anstrengende Anstieg am heutigen Tag.
Nach der Besichtigung fahren wir weiter der Unstrut entlang nach Nebra. Beim Bahnhof Nebra geht es über eine
Brücke, der Unstrut-Radweg führt um Nebra herum und dann abermals über eine Brücke nach Reinsdorf. Wieder auf der
linken Uferseite verläuft der Radweg etwas abseits der Unstrut nach Karsdorf. Über eine schwach befahrene Straße
geht es weiter nach Burgscheidungen. Hier gibt es ein sehr schönes Schloss mit Parkanlage, Cafe und Restaurant.
Jetzt geht es weiter nach Dorndorf gefolgt von Laucha, hier haben wir erst einmal eine Kaffeepause eingelegt, danach ging es mit neuer Energie weiter. Direkt am Glockenmuseum von Lauda führt der Radweg nach Weinschütz, das über eine Fußgängerbrücke erreicht wird. Am Fuße des Schafberges verläuft der Radweg entlang der Unstrut zur Mühle Zeedenbach. Die Mühle ist noch in Betrieb, beherbergt aber auch ein Cafe und Restaurant. Über eine schmale Brücke überqueren wir die Unstrut mit Blick auf das Wehr und Schleuse. Der Unstrut-Radweg verläuft jetzt zwischen dem Fluss und der Bahnlinie bis nach Freyburg.
Bei der Schleuse in Freyburg geht es über eine Brücke auf die linke Uferseite der Unstrut. In Freyburg wird
der bekannteste Sekt unserer östlichen Bundesländer gekeltert. Wir wollten eigentlich an einer Führung durch die
Sektkellerei teilnehmen, aber leider war die letzte Führung bereits um 14:00 Uhr.
Die Stadt Freyburg bildet das Zentrum des Weinanbaugebietes Saale-Unstrut. Das tief eingeschnittene Tal an der Unstrut bietet durch seine geschützte Lage ideale Bedingungen für den Weinanbau. Aber auch die Stadt selbst ist sehenswert, der große Marktplatz ist mit schön restaurierten Häusern umgeben. Über der Stadt thront die Neuenburg, eine große romanische Burg mit Burgfried. Sehenswert ist auch die Marienkirche, das Eckstädter Tor und das Grabmal von Friedrich Ludwig Jahn.
Der Unstrut-Radweg verläuft jetzt entlang des linken Ufers der Unstrut, auf betonierten Wegen unter einer riesigen Brücke hindurch nach Großjena. Der Radweg führt an Weinbergen entlang in Richtung Naumburg. Auf diesem Abschnitt liegt das "Steinerne Bilderbuch", ein 150 Meter langes, in Stein gehauenes Relief. Bei Naumburg fließt die Unstrut in die Saale, zwei Kilometer weiter überqueren wir schließlich die Saale und fahren in die Stadt Naumburg. Wir sind am Ziel der 3. Etappe unserer Unstrut-Saale Radtour, müssen aber später noch weiter nach Roßbach fahren, da wir dort eine Unterkunft reserviert hatten.
Streckenlänge Gesamt: | 211 km |
Höhenunterschiede Gesamt: | 76 m |
Streckenlänge Etappe 3: | 65 km |
Höhenunterschiede Etappe 3: | 9 m |
Streckenprofil: | geteerte oder befestigte Wege |
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