Ein Radweg den wir schon unzählige mal befahren haben, wenn auch meist nur Teilstrecken davon, ist der Regnitz-Radweg. Es gibt zwei Varianten dieses Radweges, zum einen die Talroute, zum anderen die Kanalroute. Die Regnitz verläuft parallel zum Main-Donau Kanal und zweigt dann ein Stück nach Erlangen davon ab. Die Talroute führt teilweise über Ortsverbindungsstraßen und weist auch mehr Steigungen auf als die Kanalroute. Hier beschreibe ich die Kanalroute des Regnitz-Radweges, der zum größten Teil am Main-Donau Kanal entlang verläuft. Die Kanalroute ist sehr flach und weist nur einzelne kurze Steigungen auf. Auch für Familien mit Kindern oder ältere Leute ist der Radweg angenehm zu fahren.
Der Regnitz-Radweg ist landschaftlich sehr reizvoll. Die Böschungen des Main-Donau Kanal sind zum großen Teil mit Gräsern, Blumen und Büschen bewachsen, so dass der Kanal fasst wie ein natürlicher Flusslauf wirkt. Die Landschaft darum herum wechselt von Wiesen über Äckern und Wäldern ab, so dass der Radweg nie langweilig wird. Auch die Städte am Radweg sind sehenswert und haben einiges an Kultur und fränkischer Lebensart zu bieten. Die Strecke von 70 km kann man zwar in einer Tagestour schaffen, aber wenn man die Städte auf dem Weg besichtigen möchte, sollte man besser zwei Tage veranschlagen.
Der Startpunkt der Radtour ist wie so oft Bamberg. Da ich nicht jedes mal aufs Neue meine Heimatstadt beschreiben möchte, habe ich
mich dazu entschlossen eine eigene Website mei-bamberg.de zu erstellen. Hier
beschreibe ich nach und nach Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Kultur und Kulinarisches der Weltkulturerbe-Stadt Bamberg.
In Bamberg muss man nur zum Main-Donau Kanal und diesen Flussaufwärts auf dem Radweg folgen. Am Ortsende kommt man an den Kleingärten Sendelbach vorbei und folgt dem Radweg nach Strullendorf. Auf der Höhe von Strullendorf geht es dann nach rechts, zur Staustufe und über den Main-Donau Kanal. Der Regnitz-Radweg führt jetzt über eine asphaltierte Ortsstraße an einem Wasserkraftwerk vorbei nach Hirschaid. Alternativ kann aber auch auf beiden Seiten des Kanals auf der Dammkrone gefahren werden.
Die Marktgemeinde Hirschaid hat inklusive seiner Ortsteile knapp 12000 Einwohner. Neben einigen Gaststätten sorgen im Sommer auch mehrere Biergärten für das leibliche Wohl. Ein schönes Freizeitbad mit Saunalandschaft liegt direkt am Radweg und lädt zum Entspannen ein.
Direkt am Freizeitbad verläuft dann der Radweg auf der Dammkrone des Main-Donau Kanals. Ein Stück später geht es dann wieder unterhalb des Dammes auf einem Flurweg weiter. Kurz vor Neuses geht es über eine Brücke auf die andere Kanalseite um nach Neuses wiederum die Seite zu wechseln. Weiter geht es an Pautzfeld vorbei über Bückenhofen nach Forchheim. Wer Forchheim besichtigen möchte kann über eine Brücke in Richtung Innenstadt fahren, falls nicht sollte man auf dieser Seite des Main-Donau Kanals bleiben.
Forchheim hat eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das Nürnberger Tor, die Forchheimer Burg, das Rathaus mit schönem
Fachwerk, das Gymnasium im Neorenaissance Stil, der Saltorturm sowie einige schöne Kirchen. Weithin bekannt ist Forchheim durch seinen
Kellerwald, mit der wohl größten Anzahl von Biergärten auf einer zusammenhängenden Fläche. Der Berg ist mit Bierkellern unterhöhlt, und
obenauf eine Waldfläche mit 23 Biergärten, die teilweise ganzjährig, andere nur zum Annafest geöffnet haben. Das Annafest findet jährlich
Ende Juli statt und geht über 10 Tage bis in den August hinein. Die Biergärten heißen in Oberfranken übrigens Keller und man geht auf den
Keller.
Weiter geht es dem Main-Donau Kanal entlang an Hausen vorbei.
Tipp: Bei Hausen gibt es noch ein altes Wasserschöpfrad aus Holz, das in regelmäßigen Abständen in Betrieb genommen wird.
Wenn man es besichtigen möchte, muss man den Radweg verlassen und die Brücke über den Main-Donaukanal überqueren. Ungefähr 200 Meter nach
der Brücke führt ein Feldweg direkt zum Wasserschöpfrad an die Regnitz.
Nach Hausen kommt Möhrendorf und kurz danach überqueren wir die Schleusenanlage zur anderen Seite des Kanals. Der Regnitzradweg führt weiter am Kanal entlang. Ein kurzes Stück später bei Alterlangen hat man dann die Möglichkeit nach Erlangen zu fahren, das etwas abseits des Radweges liegt. Wer Erlangen nicht besichtigen möchte, fährt einfach weiter, aber die Stadt ist sicher sehenswert.
Die Universitätsstadt Erlangen zählt mit ihren 105 000 Einwohnern schon zu den Großstädten. Hier forschen und studieren sage und
schreibe 33.500 Studenten aus aller Welt. Erlangen ist eine sehr Fahrradfreundliche Stadt, das Radwegenetz ist vorbildlich und die
Autofahrer sind deutlich in der Unterzahl. Die heutige Innenstadt ist als barocke Planstadt errichtet worden und ist die besterhaltene
Stadt dieser Bauart. Sehr sehenswert ist das Schloss mit seinem großen Schlossgarten und der Orangerie. Auch Erlangen hat ähnlich wie
Forchheim einen Kellerberg, wenn auch nicht mit so vielen Biergärten. Hier findet alle Jahre wieder die Erlanger Bergkirchweih statt,
eines der bekanntesten Volks- und Bierfeste des Landes.
Kurz nach Erlangen bei Frauenaurach verlässt die Kanalroute den Main-Donau Kanal und stößt bei Eltersdorf mit der Talroute zusammen.
Jetzt verlaufen beide Routen entlang der Regnitz, an Stadeln vorbei, nach Fürth. Kurz nach Stadeln steht wieder ein altes noch
funktionsfähiges Wasserrad. Bei Fürth teilt sich der Flusslauf in Regnitz und Pegnitz, der Regnitz-Radweg folgt ab jetzt der Pegnitz.
Schon die nächste der nur acht bayrischen Großstädte mit ungefähr 118.000 Einwohnern. Die Wissenschaftsstadt Fürth hat eine hohe Dichte an Baudenkmälern, da im Krieg vergleichsweise wenig zerstört wurde. Sehr schön ist der Grüne Markt mit dem Gauklerbrunnen, das Lochnersche Gartenhaus, sowie die Gustavstraße mit ihren vielen Cafés und kleinen Kneipen.
Der Radweg führt durch Fürth der Pegnitz entlang in das direkt angrenzende Nürnberg. Obwohl Fürth und Nürnberg vollständig ineinander
übergehen, sieht man auf dem Radweg nichts von einer Stadt. Man fährt durch Parkanlagen mit Wiesen, Büschen und Bäumen. Erst in
Nürnberg führt ein kurzes Stück durch die Altstadt, das aber gut beschildert ist. Am Wöhrder See endet schließlich der Regnitz-Radweg.
Der Wöhrder See ist ein künstlich geschaffener Stausee, der zum Schutz vor Überschwemmungen angelegt wurde. Er ist aber auch ein
Naturschutzgebiet und ein beliebtes Naherholungsgebiet der Nürnberger.
Nürnberg ist mit knapp 500.000 Einwohnern nach München die zweitgrößte Stadt Bayerns. Die Metropole Mittelfrankens hat unzählige
Sehenswürdigkeiten zu bieten. Zu den sehenswertesten zählen die Nürnberger Burg, der Henkersteg, der Weiße Turm, die Stadtmauer, der
Heidenturm, der Frauentorturm und der Marktplatz mit seinem schönen Brunnen.
Die Bahntrasse verläuft ziemlich parallel zum Regnitz-Radweg und in allen größeren Städten gibt es auch einen Bahnhof. So kann man sich die Radtour beliebig einteilen und kommt immer leicht zurück zu seinem Startpunkt.
Zur Talroute des Regnitz-Radweges.
Streckenlänge: | 70 km |
Höhenunterschiede: | 47 m |
Streckenprofil: | geteerte oder befestigte Wege |
* Passende Radkarte
ab Bamberg | Main-Radweg, Aischtal-Radweg, Itzgrund-Radweg |
ab Forchheim | Fränkische Schweiz Radweg, Forchheim-Höchstadt Radweg |
ab Fürth | Biberttal-Radweg, Zenntalradweg |
ab Nürnberg | Fünf Flüsse Radweg |
* Empfehlungen